Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger o.praem.

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Für die langjährige rechte Hand des legendären Kräuterpfarrers Weidinger sind die Heilkräuter ein Zeichen für die Sympathie Gottes mit den Menschen, ein „Lächeln des Schöpfers”.

Geboren am 23. Juni 1965 in Horn – am selben Tag kam in Zwettl Johannes Gutmann zur Welt. Welch ein Zufall, oder nennen wir es Fügung, wie so manches in unserer Kräuterpfarrer-Geschichte! Hannes Gutmann hat mit „Sonnentor” Weidingers Impuls zum Heilkräuter-Anbau erfolgreich umgesetzt – und Benedikt Felsinger steht ganz und gar in der Weiterführung des Weidinger-Werkes, im Stift Geras, in der Pfarre Harth, im Karlsteiner Kräuterpfarrer-Zentrum und vor allem in der Öffentlichkeit.

Reinhold (Taufname) Felsinger wuchs im idyllischen Grenzstädtchen Drosendorf an der Thaya als Lehrerkind auf.

Das Weitere lassen wir ihn selbst erzählen: Mein Vater war Hauptschullehrer und gab mir als passionierter Jäger die Liebe zur Natur von Kindesbeinen an mit. Meine Mutter war ganz da für die Sorge um meine drei älteren Brüder und mich und verwaltete den Haushalt.

Die Gymnasialzeit verbrachte ich in Hollabrunn. Nach der Matura trat ich 1984 in das ­Prämonstratenser-Chorherrenstift Geras ein und nahm den Ordensnamen Benedikt an. Mit dem heiligen Benedikt habe ich ein großes Leitbild vor Augen – sein Todestag, der 21. März (547), ist auch der Tag des Heimganges von Hermann-Josef Weidinger (2004).

Die Studienjahre absolvierte ich in Wien und in Heiligenkreuz. 1993 empfing ich die Priesterweihe und wurde am 1. September desselben Jahres Kaplan in Harth. Somit wurde ich enger Mitarbeiter von Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger, sowohl in der Pfarre wie auch im Verein Freunde der Heilkräuter in Karlstein …
Ein Höhepunkt in Weidingers Leben war die Seligsprechung des Geraser Chorherrn Jakob Kern, für die er sich sosehr eingesetzt hatte, durch Papst Johannes Paul II. auf dem Wiener Heldenplatz – ein Höhepunkt auch für Benedikt, der bei der Vorbereitung und Abwicklung dieser Feier ganz vorne dabei war.

Von 1999 bis 2013 war Herr Benedikt Prior des Stifts, an der Seite von drei Äbten – Joachim Angerer, Martin Felhofer, Michael Proházka – und in dieser Funktion ein Faktotum in der Ordensgemeinschaft. Derzeit führt er die Harth. Ein wichtiges Anliegen ist ihm seine Arbeit als Feuerwehrkurat, wo oft in schwierigen Situationen für Betroffene ebenso wie für Feuerwehrkameraden geistlicher Beistand vonnöten ist.

1993 hat Pfarrer Weidinger seinen jungen Mitbruder Benedikt Felsinger auch in den Vorstand unseres Vereines geholt.

1997 ebenso Sebastian Kreit, beide später als Obmann-Stellvertreter. Jeder ist in seiner Art und in seinem Aufgabenbereich ein Träger des geistigen Weidinger-Erbes, Sebastian als geistlicher Betreuer des Fastenzentrums Pernegg und Pfarrer dieser altehrwürdigen Klosterkirche, Benedikt in Weidingers Pfarre Harth und nunmehr als Kräuterpfarrer. Nach Weidingers Heimgang ist „unser Herr Benedikt” in diese Rolle ­immer mehr hineingewachsen: Inzwischen durfte ich seine Nachfolge als Kräuterpfarrer antreten und versuche, den Menschen die Kraft der Natur in zahlreichen Vorträgen, Seminaren sowie in Gesundheitsrubriken diverser Zeitschriften nahezubringen.

Mit seinen beiden Büchern und der täglichen Krone-Kolumne hat sich Kräuterpfarrer Benedikt tief in die Materie und in das Wesen der Heilpflanzen hineingekniet. Die Liebe zur Natur, insbesondere in seinen Spezialgebieten, den Bäumen und der Vogelkunde, ist ihm von Kindheit auf Herzensangelegenheit. Neben der Ornithologie und dem Bäume-Pflanzen zählen die Gänsezucht, die Kunstgeschichte und das Singen zu seinen Hobbys. „An Pforra, der schön singt …”, den braucht man, wie es im Lied heißt. In der Liturgie, der Feier des Gottesdienstes, darf die Ästhetik nicht fehlen. Weder nüchtern-prosaisches Herunterreden, noch frömmelndes oder theatralisches Hochjubeln sind dazu angetan, die mitfeiernde Gemeinde anzusprechen. Wenn ein Priester die Gabe des Gesangs hat und diese auch richtig einzusetzen weiß, dann wird die Messe zum Erlebnis, das Mysterium spürbar, auch für einen distanzierten Kirchenbesucher. Soviel über Benedikts helle und markante Tenorstimme und seine Gabe, die Menschen mitzureißen! „Erde singe, dass es klinge!” Bei den Heilkräutern geht er nicht vordergründig von deren Nutzen aus, es ist die Dankbarkeit, die er uns ans Herz legt: Kräuter sind ein ganz großes Geschenk des Himmels. Sie sind uns nicht zufällig in den Schoß oder besser gesagt vor die Füße gefallen. In ihrem ganzen Wesen und in ihrer Wirkkraft signalisieren sie uns die Sympathie des Schöpfers, der den Menschen unsere geheimnisvolle Welt geschenkt hat. Von diesem etwas anderen Zugang können sowohl der Leib als auch die Seele profitieren.

Sein Wissen über Kräuter für Leib und Seele teilt er gerne in seinem Blog: http://blog.kraeuterpfarrer.at/

(Quelle: https://www.kraeuterpfarrer.at/info/kraeuterpfarrer_benedikt)