Norbert von Xanten

Geboren um 1080/1085 trat der Adelige schon als Kind in das Stift St. Viktor in Xanten am Niederrhein ein. Zunächst empfing er nur die niederen Weihen und führte ein recht weltliches Leben. In Begleitung des Kölner Erzbischofs kam der Kanoniker an den Königshof. Als Hofkaplan Kaiser Heinrichs V. nahm Norbert an dessen Romzug teil.

In den Wirren des Investiturstreites stellte sich Norbert bald auf die Seite des Papstes. So lehnte er 1113 das ihm vom Kaiser angebotene Bistum Cambrai (F) ab.

 

Bekehrung

Die Legenden schildern auf dramatische Weise die Bekehrung Norberts: Auf einem Ritt soll den Heiligen 1115 in der Nähe von Vredener beinahe ein Blitz getroffen haben. Derart jäh mit dem Tod konfrontiert zog er sich erst einmal in die Klöster Siegburg und Kloosterrade zurück und tauschte seine edle Kleidung gegen ein schlichtes weißes Bußgewand.

Wanderprediger

Nachdem Norbert vergeblich versucht hatte, sein Heimatstift Xanten zu reformieren, zog er als Wanderprediger umher, was das Misstrauen kirchlicher Autoritäten erregte. 1118 musste er sich auf einer Synode in Fritzlar gegen den Vorwurf der Ketzerei verteidigen. Schließlich gab der Bußprediger die Pfründe in Xanten auf und verließ sein Heimatland.

In St-Gilles (F) erhielt Norbert von Papst Gelasius II. die Erlaubnis zur Wanderpredigt. So zog er durch Nord- und Westfrankreich und rief zu einem kompromisslosen christlichen Leben auf. Sein Vorbild war das Leben der Apostel und der Urkirche.

Kloster- und Ordensgründer

Auf Bitten des Bischofs von Laon gründete der Heilige im abgelegenen Tal von Prémontré ein Kloster. An Weihnachten 1121 legte er gemeinsam mit einigen Gefährten die Gelübde auf die Regel des hl. Augustinus ab. Der Chorherren-Orden wurde schon 1126 von Papst Honorius II. bestätigt.

Doch bald schon zog Norbert von Xanten wieder wandernd und predigend durch Europa. Sein erster Schüler Hugo von Fosses (1128–1161) blieb als Leiter der jungen Gemeinschaft in Prémontré und gab ihr mit den Statuten eine bleibende Ordnung.

Erzbischof

1126 wurde Sankt Norbert zum Erzbischof von Magdeburg bestimmt. Als eifriger Hirte machte er sich dort nicht nur Freunde: Priester wie Bürger, die seinen Reformen nicht folgen wollten, brachte er gegen sich auf.

Östlich der Elbe machte Norbert sich die Missionierung der Wenden zur Aufgabe. 1132/33 begleitete er Lothar III. zu dessen Kaiserkrönung nach Italien. Zeitweise fungierte der Erzbischof als Reichserzkanzler für Italien.

Tod und Verehrung

Am 6. Juni 1134 starb Norbert von Xanten in Magdeburg, vermutlich an Malaria. Zunächst in der Kirche des Klosters „Unser Lieben Frauen“ beigesetzt, ließ Abt Kaspar von Questenberg 1626 die Gebeine in sein Kloster Strahov nach Prag überführen, wo sie noch heute ruhen. Norbert wurde erst 1582 durch Gregor XIII. offiziell heiliggesprochen. Sein kirchlicher Gedenktag ist der 6. Juni.

Darstellung

Der Heilige wird meist als Bischof dargestellt. Das Pallium kennzeichnet ihn als Metropoliten. Seine wichtigsten Attribute Monstranz oder Kelch (mit Spinne) verweisen auf die eucharistische Frömmigkeit Norberts. Ein Ketzer zu seinen Füßen erinnert an die Auseinandersetzungen mit dem Ketzer Tanchelm.

Norbert-Bilder in Geras

1622 schuf Theodor Galle in Antwerpen eine Reihe von Kupferstichen als Illustration zur Vita Norberts. Viele Prämonstratenser-Klöster nahmen diese Miniaturen zur Vorlage für eigene Bilder. Stift Geras besitzt heute den großformatigsten Norbert-Zyklus in dieser Tradition. Bei einer Führung können Sie die Ölgemälde aus dem 18. Jahrhundert besichtigen.