Stiftsbasilika-Geras-Seitenschiff-Kreuzaltar
Seitenschiff - Kreuzaltar

Stiftsbasilika

Bei seinem heutigen barocken Erscheinungsbild muss man schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass die gesamte Geraser Klosteranlage auf das Mittelalter zurück geht. Die Stiftskirche und der Kreuzgang mit seinen angrenzenden Räumen wurden stets auf dem Grundriss der ursprünglichen Anlage wiederaufgebaut. So befinden sich in der Kirche unter einer kunstvollen Schicht von Stuck-Marmor noch immer die wuchtigen Pfeiler der ersten dreischiffigen Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Die Aufteilung der einzelnen Szenen der „Lauretanischen Litanei“ im Deckenfresko lässt noch die Ansätze der gotischen Gewölbe erahnen. Seit dem 14. Jahrhundert bringen große Fenster im Osten Licht in den Chorraum.

Im 18. Jahrhundert erhielt das Kircheninnere seinen heutigen Raumeindruck. Gemeinsam mit den Gläubigen sehen sich die Chorherren auf dem „Weg durch die Zeit“, wie auf einer festlichen Straße. In Gemeinschaft mit den Aposteln und Heiligen unseres Ordens (dargestellt in ovalen Medaillons über den Pfeilern) ziehen wir dem letzten Ziel all unserer Wege entgegen: der himmlischen Gemeinschaft im Dreifaltigen Gott.

Künstler aller Epochen haben das Geraser Gotteshaus verschönert. In jüngster Zeit schuf Thomas Munz (1929–2011) einen neuen Hauptaltar. Sein Bronzeportal erinnert mit einem durchscheinenden Glasfluss an das Patrozinium der Stiftskirche, „Mariä Geburt“: Die Gottesmutter hat der Welt den Erlöser geschenkt, Christus, das Licht.

Seit 1953 trägt die Stiftskirche den Titel „Basilika minor“. Besonders am 13. eines jeden Monats kommen die Wallfahrer hierher, um sich der Fürsprache Unserer Lieben Frau von Geras anzuvertrauen. Ihr Gnadenbild, das seit einem halben Jahrtausend die Stürme der Zeit überstanden hat, ist Blickfang und Mittelpunkt des Hochaltares.