Byzantinische Kapelle Stift Geras, Ikonostase

Byzantinische Kapelle

Im Laufe der Zeit bildeten sich in den verschiedenen christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen heraus, wie Gottesdienst gestaltet, die Messe gefeiert und das Tagzeitengebet gelebt wird.

Die uns bekanntesten sind sicher die römisch-katholische, die orthodoxe und die evangelische Tradition.

Stift Geras ist mit den Chorherren des Prämonstratenser-Ordens in erster Linie ein römisch-katholisches Kloster und steht damit in der Tradition Roms.

Warum also eine byzantinische Kapelle, warum Messfeiern im byzantinischen Ritus?

Zur katholischen Kirche gehören heute nicht nur der römisch-katholische Ritus, sondern auch die sogenannten katholischen Ostkirchen - Kirchen die aus einer anderen liturgischen Tradition stammen und sich in den letzten Jahrhunderten der Kirche von Rom angeschlossen haben, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Sie stehen in voller Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl und erkennen den Papst als ihr Oberhaupt an. Darüber hinaus haben sie das Recht in ihrer Tradition zu bleiben und feiern daher ihre Gottesdienste in ihrem angestammten Ritus.

Die größte Gruppe der katholischen Ostkirchen sind die Kirchen byzantinischer Tradition. Das bedeutet sie feiern die Gottesdienste wie die orthodoxen Kirchen, gehören aber zum Papst und damit zur katholischen Kirche. In Österreich sind auf Grund der Geschichte des Landes fast alle katholischen Ostkirchen vertreten. Oberhaupt der Kirchen der byzantinischen Tradition ist per Dekret von Rom seit mehr als 70 Jahren der Erzbischof von Wien. Zurzeit ist Kardinal Schönborn damit nicht nur der Bischof der Erzdiözese Wien, sondern auch des byzantinischen Ordinariats in Österreich, und damit der zuständige Bischof für unsere byzantinische Kapelle.

(weitere Informationen zu den katholischen Ostkirchen: Andriy Mykhaleyko, Die katholischen Ostkirchen; Bensheimer Hefte 113, Göttingen 2012)