Stift Geras

thoughts and texts

"In dem Augenblick aber, wo uns alles verloren scheint, erreicht uns zuweilen die Stimme, die uns retten kann; man hat an alle Pforten geklopft, die auf gar nichts führen, vor der einzigen aber, durch die man eintreten kann, und die man vergeblich hundert Jahre lang hätte suchen können, steht man, ohne es zu wissen, und sie tut sich auf."
(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)
"Es gibt tausend Gründe zum Pessimismus und nur einen zum Optimismus, aber dieser eine genügt: Der Herr ist mit uns!"

(Alfred Kardinal Bengsch)
liste
liste
"Die Seligkeit eines Augenblicks verlängert das Leben um tausend Jahre."

(Japanisches Sprichwort)
"Der Herr ist nicht mit den Furchtsamen, sondern mit denen, die sich anstrengen, geduldig und großmütig zu sein."

(Seliger Papst Johannes XXIII., 1881-1963)
liste
liste
"Abbas Poimen sprach: Wenn ein Mensch sündigt und es leugnet, indem er spricht: Ich habe nicht gesündigt, so verurteile ihn nicht. Andernfalls nimmst du ihm den Mut. Wenn du aber sagst: Sei nicht mutlos Bruder, aber hüte dich in Zukunft! dann erweckst du seine Seele zur Reue."

(Apophthegmata Patrum Nr. 597)
"Wären wir frei an Fehlern, so würde es uns gewiss nicht so viel Vergnügen bereiten, sie an anderen festzustellen!"

(HORAZ)

 

Neujahrsansprache des Abtes von Geras an die Mitbrüder

Lieber Herr Prior Benedikt! Lieber Herr Subprior Berthold! Geschätzte und liebe Mitbrüder!

Danke für die Wünsche und die guten Worte!

Wir befinden uns im so genannten Pauluszimmer der Prälatur. Abt Paul Gratschmayr war der große Abt des 18. Jahrhunderts: In seiner Regierungszeit kehrte Wohlstand in das Stift ein. In den Stiftspfarren Blumau, Japons, Drosendorf, Fratting und Ranzern wurde die Kirchen erweitert oder neu gebaut und mit wertvollen Paramenten ausgestattet. Die besten Maler der Zeit arbeiteten im Stift oder in den Pfarrkirchen. Die Stiftskirche erhielt ein fünfstimmiges Geläute. Das heißt - wir können stolz sein auf unsere Tradition! Neues entsteht immer wieder aus der Vergangenheit! Wir sind zwar eine kleine Abtei, die aber in der Vergangenheit Großes geleistet hat und auch heute Vieles und Gutes zu leisten vermag. So danke ich Euch allen für euren Einsatz in der Pfarre, in der Wissenschaft, in der kategorialen Seelsorge. Überall wo wir hinkommen, sind wir auch und vor allem Vertreter des Stiftes Geras und dessen brauchen wir uns bei Gott nicht zu schämen! Der Tag der Abtweihe hat gezeigt, dass wir als lebendige Gemeinschaft wahrgenommen wurden und ich bitte alle, dass wir daran auch weiterhin bauen. Wir benötigen keine Extravaganzen, die die Möglichkeiten des Stiftes finanziell und personell übersteigen, wenn jeder seine Talente und Charismen einsetzt und sie im Namen des Stiftes einsetzt, dann haben wir alle Voraussetzungen dafür. Beim ersten Prälatentreffen in Schlägl hat mich sehr beeindruckt, dass jemand erzählt hat, dass die Schlägler, immer dort, wo sie auftreten, als Gemeinschaft wahrgenommen werden. Das ist das Schlüssel- und Zauberwort, das alles aufschließt. Die Menschen, die Jugendlichen schauen auf uns, ob wir als Gemeinschaft auftreten oder nicht. Ob wir in der Öffentlichkeit ein Bild der Gespaltenheit, der Konkurrenz oder des Neides abgegeben, oder ob wir doch trotz aller Differenzen und Verschiedenheiten das Gemeinsame suchen und nicht das Trennende. In einer solchen Haltung hat dann wirklich sehr viel Platz und das muss nicht zu Spannungen und Trennungen führen. Ich erinnere im Paulusjahr an das Wort des Apostels Paulus, des Namenspatrons des Abtes Paul Gratschmayr: Allen bin ich alles geworden, den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche, den Schwachen ein Schwacher, denen, die unter dem Gesetz stehen, wie einer unter dem Gesetz stehender, damit die Menschen gerettet werden. (Vgl. Phil 2,5 ff.) Ich persönlich möchte wenigstens ansatzweise etwas davon verwirklichen.

Für das kommende Jahr wird mit Sicherheit die Frage der Berufungspastoral im Vordergrund stehen. Ohne uns unter Druck zu setzen – Berufungen kann man nicht produzieren, soll uns dies doch ein wichtiges Anliegen sein. Jeder soll sich überlegen oder verantwortlich fühlen, wie er durch sein persönliches Zeugnis und sein Auftreten geeignete Menschen ansprechen kann!

Ich danke meinen beiden Oberen für ihren Einsatz und ihre Loyalität. Ich danke allen für Ihren Einsatz und Ihre Bereitschaft an Geras mitzubauen. Ich werde versuchen, alle mitzutragen, auch diejenigen die sich manchmal schwer tun. Ich wünsche Euch für dieses Jahr des Herrn Gottes Erbarmen, Gesundheit und Schutz, sowie in allem gesegneten Erfolg!“

nach oben

Imprint | Contact | Sitemap | Links
News | Community | Monastery Parishes | Liturgy | Events | Monastery Shop | Byzantine Chapel | Photo Gallery
German | English