Stift Geras

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Kurze Einführung in die byzantinische Liturgie


Die byzantinische Liturgie ist – in ihrer heutigen Form – das Ergebnis der    mittelalterlichen Entwicklung, die die Riten der griechischsprachigen Kirche durchlaufen haben. Diese befindet sich grob gesagt innerhalb der Grenzen des Römischen Ostreiches, genauer als „byzantinisches“ ReichHeiliger Cyrill bezeichnet.

Dank des Werkes der Heiligen Cyrill und Methodius, der Patrone Europas, und
ihrer Schüler, haben die slawischsprachigen Kirchen seit dem 9.-10. Jahrhundert diesen Ritus
übernommen: Sie übersetzten die liturgischen Texte in ihre Sprache, das Alt- oder Kirchenslawisch;
außerdem verfassten sie neue Gebete und nahmen leichte Veränderungen vor, die
insgesamt der kulturellen Vielfalt der slawischen Völker entsprachen.


Die byzantinische Liturgie organisiert sich in verschiedenen Feierlichkeiten, die durch
die Tageszeit gekennzeichnet werden und die den Raum heiligen. Zeit und Raum sind die
Kategorien der Schöpfung, in welchen sich das menschliche Leben abspielt und entfaltet.

Dadurch wird es vollständig geopfert und dem Schöpfer zurückgeschenkt. Nach der Sünde Adams
und Evas hat die ganze Schöpfung ihre ursprüngliche Schönheit, ihre „schöne“ Form
verloren, in welcher sie von Gott geschaffen wurde.

Die Sünde, die vom Menschen begangen wurde, hat nicht nur seine Ähnlichkeit mit Gott zerstört und sein Gesicht entstellt, sondern auch die Verzerrung der gesamten Schöpfung (Zeit und Raum) nach sich gezogen. Der Mensch ist ein vernünftiger Teil dieser Schöpfung; er hat die Gabe der Sprache, also die Fähigkeit, sich auszudrücken, seine Stimme zu erheben, ein Wort, das Wort, den Logos der ganzen
Welt zu verkünden. Diese Stimme wurde geschaffen, um Gott eine Antwort der Liebe zu
geben; stattdessen hat sie sich entschieden zu lügen, sich zu rechtfertigen und zu schweigen.


Durch seine Menschwerdung wird das Wort Gottes das Werk Gottes wiederherstellen
und zum Wort des Menschen werden, zum Wort alles Geschaffenen, zum Wort, das fähig ist,
dem Schöpfer auf eine schöne und liebende Weise Antwort zu geben durch die Wiederherstellung
und Verbesserung dieser ursprünglichen Verbindung und Beziehung.


Noch heute setzt die Kirche durch die Liturgie das Werk des fleischgewordenen Wortes,
Jesus Christus, fort, indem sie Gott, dem Vater, liebevolle Antwort gibt und eine liebende Beziehung zu ihm aufbaut.

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