Stift Geras

Gedanken und Texte

"In dem Augenblick aber, wo uns alles verloren scheint, erreicht uns zuweilen die Stimme, die uns retten kann; man hat an alle Pforten geklopft, die auf gar nichts führen, vor der einzigen aber, durch die man eintreten kann, und die man vergeblich hundert Jahre lang hätte suchen können, steht man, ohne es zu wissen, und sie tut sich auf."
(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)
"Es gibt tausend Gründe zum Pessimismus und nur einen zum Optimismus, aber dieser eine genügt: Der Herr ist mit uns!"

(Alfred Kardinal Bengsch)
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"Die Seligkeit eines Augenblicks verlängert das Leben um tausend Jahre."

(Japanisches Sprichwort)
"Der Herr ist nicht mit den Furchtsamen, sondern mit denen, die sich anstrengen, geduldig und großmütig zu sein."

(Seliger Papst Johannes XXIII., 1881-1963)
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"Abbas Poimen sprach: Wenn ein Mensch sündigt und es leugnet, indem er spricht: Ich habe nicht gesündigt, so verurteile ihn nicht. Andernfalls nimmst du ihm den Mut. Wenn du aber sagst: Sei nicht mutlos Bruder, aber hüte dich in Zukunft! dann erweckst du seine Seele zur Reue."

(Apophthegmata Patrum Nr. 597)
"Wären wir frei an Fehlern, so würde es uns gewiss nicht so viel Vergnügen bereiten, sie an anderen festzustellen!"

(HORAZ)

 

Grußworte des Abtes von Geras bei der Radiomesse am 6. 9. 2009

Stift Geras, das nördlichste Stift in Niederösterreich, liegt im Thayatal und ist  wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Es wurde um das Jahr 1153 von der Familie der Grafen von Pernegg gegründet und mit Prämonstratenser-Chorherren aus Selau in Böhmen besiedelt. Immer wieder erlebte Geras furchtbare Katastrophen, Kriege und Zerstörungen, konnte sich aber immer fast sprichwörtlich wie ein Phönix aus der Asche erheben. „Succisa virescit - »Der abgehauene Baum grünt und blüht wieder«, dies galt und gilt auch für unser Stift. Geras.
Gerade weil Stift Geras als Kloster am ehemaligen Eisernen Vorhang liegt, der leider noch immer in manchen Köpfen lebhaft vorhanden ist, haben wir uns die Aufgabe gestellt, grenzüberschreitend zu wirken. Viele Aktivitäten unserer Stiftsgemeinschaft deuten darauf hin: So gibt es seit über 10 Jahren das grenzüberschreitende Festival für geistliche Musik „Musica sacra über die Grenzen“, das immer mit dem Fest des Ordensgründers, des Hl. Norbert im Stift eröffnet wird. Einer unserer Mitbrüder betreibt äußert erfolgreich grenzüberschreitende Jugendarbeit, unser ehemaliges Kloster Pernegg ist seit Jahren ein gern besuchtes Fasten- und Besinnungszentrum geworden. Ebenso ist Stift Geras in der Begegnung mit den Kirchen des Ostens sehr aktiv: seit einigen Jahren gibt es eine ostkirchliche Kapelle mit wunderbaren Ikonen, in der regelmäßig Gottesdienste im byzantinischen Ritus der Ostkirche gefeiert werden.
Wir als Geraser verstehen uns als ein offenes Kloster an der Grenze mit weit geöffneten Toren: „Porta patet, sed magis cor!" - "Die Tür ist geöffnet, aber noch mehr unser Herz!"
In diesem Sinne lade ich Sie heute alle ein, mit uns den dreieinigen und menschenfreundlichen Gott zu feiern und dem für uns gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus in diesem Gottesdienst zu begegnen!

 

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