Stift Geras

Bilder und Gebete

 

 

SONNTAG, 23 . MAI 2010

PFINGSTEN - HOCHFEST DER ALLERHEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT

 

 


"Gepriesen seist du, Christus unser Gott, denn du hast Fischer zu Weisen gemacht, als du den Heiligen Geist gesandt und durch sie den Erdkreis in dein Netz geholt hast: Menschenfreundlicher, Ehre sei dir!" (Troparion)

                                                               

KOF/LMJ) Am heutigen Sonntag feiert die orthodoxen Kirche den 50. Tag nach Ostern, das Pfingstfest. Im Unterschied zur westlichen Tradition handelt es sich dabei allerdings um ein trinitarisches Fest - man feiert die göttliche Dreiheit. Das besondere Fest des Heiligen Geistes findet allerdings direkt am folgenden Tag, dem Montag der Pfingstoktav statt. Diese komplette Woche ist, Mittwoch und Freitag eingeschlossen, fastenfrei, da am Montag darauf die Fastenzeit vor dem Hochfest Peter und Paul (29.06.), beginnt.

Die orthodoxe Pfingstliturgie kennzeichnet sich durch einige Besonderheiten. So ist es zum Beispiel in slawischer Tradition üblich, grüne Gewänder zu tragen. Gleichzeitig breitet man am Boden der Kirche Gras (in griechischer Tradition Blätter) aus, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass die Heilige Dreiheit der Grund allen Lebens, ja DER Lebensspender schlechthin ist, wie es ja auch im Cherubikon besungen wird: "Der lebenschaffenden Dreiheit singen wir den Hymnus des Dreimal-Heilig". Ferner erinnert dieses Zeichen sicherlich auch daran, dass der 50. Tag nach dem jüdischen Pessah, die "Pentekoste", als Fest der Erstlinge der Ernte, also gewissermaßen als landwirtschaftliches Fest  begangen wurde.

Als erste Antiphon und als Prokimenon wird heute ein Zitat aus Psalm 18 (19) verwendet:

"Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament."


Zum kleinen Einzug singt man in feierlicher Weise Ps 20 (21), 14:

"Erhebe dich, Herr, in deiner Kraft, so wollen wir mit Lied und Spiel deine Stärke preisen!

und es folgt: "Rette uns, guter Paraklet, die wir dir singen: Alleluia"


Auch das Troparion und Kondakion verweist auf das Geheimnis der Heiligen Dreiheit und erinnert an die Geschehnisse des Pfingsttages:
 
"Gepriesen seist du, Christus unser Gott, denn du hast Fischer zu Weisen gemacht, als du den Heiligen Geist gesandt und durch sie den Erdkreis in dein Netz geholt hast: Menschenfreundlicher, Ehre sei dir!" (Troparion)

"Einst stieg der Höchste herab, verwirrte die Sprachen und zerstreute die Völker. Als Er die Feuerzungen verteilte, da rief Er alle zur Einheit. Einstimmig preisen wir nun den Allheiligen Geist."
(Kondakion)

Als Apostellesung hört man heute die Geschehnisse um das Pfingstereignis. (Apg 2, 1-11)

Im Johannesevangelium (7,37-52; 8,12) wird der Aspekt des Lebenspendens in den Mittelpunkt gerückt:

"Wenn jemand dürstet, komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er in Hinsicht auf den Geist, den empfangen sollten, die an ihn glauben"

In vielen Kirchen schließt man heute direkt an die göttliche Liturgie noch die Abendvesper an. Diese enthält als einmalige Besonderheit drei sehr lange Bittgebete um den heiligen Geist, die einen speziellen Bußcharakter tragen und deshalb kniend verrichtet werden.

Des weiteren wird heute auch der Bittruf um den Heiligen Geist, der (außer zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt) das ganze Jahr hindurch zu Beginn eines jeden Gottesdienstes gepsprochen wird, in feierlicher Weise gesungen:

 

Himmlischer König, du Tröster, Geist der Wahrheit, der du überall bist und alles erfüllst, Hort der Güter und Lebensspender, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von allem Makel und rette, Gütiger, unsere Seelen. 

QUELLE: www.katholisch-orthodoxe-freundschaft.de (Ludwig Martin Jetschke)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 


 



 

 

 

 

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